Wir MS-betroffenen können von einem barrierefreien Alltag ja nur träumen - und da kommt uns entgegen, dass die westliche Welt immer älter wird und der technische Fortschritt auch für uns mal etwas Hilfreiches entwickelt.
Die Stadt Hamburg geht da mit gutem Beispiel voran und hat ein eigenes Museum eingerichtet und das hat auch eine Webseite mitgebracht. Auch Nicht-Hamburger können hier mal etwas stöbern und sich inspirieren lassen:
Barrierefrei leben
Dienstag, 31. Juli 2012
Mittwoch, 18. Januar 2012
Astrologie und MS
Jeder Betroffene kann sich an den Moment erinnern, als ein Arzt ihm sagte: Sie haben MS. Meist geschieht das erst nach langer Vorgeschichte und es wird nicht gerade einfühlsam mitgeteilt. Aber irgendwann ist es eben soweit: Aus einer dunklen Vermutung wird kalte Realität. Der Boden unter den Füßen tut sich auf und nichts ist mehr, wie es war.Für viele beginnt jetzt die Phase des Durcharbeitens: Das Unterste kommt nach oben und umgekehrt. Wie bei allen tiefgreifenden Änderungen im Leben verläuft das nicht geradlinig, nicht berechenbar und erst recht nicht angenehm.
Mich interessieren zunächst die körperlichen Erscheinungen: Wann zeigten sich die ersten Symptome, wann kam die Diagnose, wie ist jetzt der äußere Zustand.
Aber auch: Was wollte ich noch machen - und kann es jetzt nicht mehr. Was war früher wichtig für mich - und ist mir jetzt egal. Und: Warum bin ich der Krankheit inzwischen fast dankbar. Was hätte ich sonst nie ausprobiert und nie entdeckt.
In der Psychotherapie spricht man von sekundärem Krankheitsgewinn, wenn der Klient benennen kann, was die Krankheit ihm gebracht oder wovon sie ihn befreit hat. Genau darum soll es auch in der astrologischen Beratung gehen. Was wir gemeinsam herausfinden, kann auf den ersten Blick gering erscheinen. Doch es öffnet die Tür zu einer neuen Welt. Für Menschen, die sich - wie ich - mit der Diagnose MS herumschlagen, ist die Beratung kostenlos.
Ich brauche Euren Geburtstag, die Geburtszeit (beim Standesamt erfragen) und natürlich den Ort der Geburt.
Anruf genügt unter 030 - 89566 752.
MÖGEN ALLE WESEN GLÜCKLICH SEIN.
Interessante MS-Links:
Montag, 16. Januar 2012
Mein Aktivrollstuhl
Er heißt Aktivrollstuhl, weil er einem bei jedem Spaß behilflich sein soll und er einen irre aktiv macht - oder so. Ich will ja mit ihm fliegen.
Der Lieferant nannte ihn allerdings BSR-Rolli, weil orange ja eine Stadtreinigungsfarbe ist.
Ich habe sie mir allerdings aktiv ausgesucht, so kann ich nämlich immer ganz schnell entscheiden: Dit is meina. Oder: Da isser!
Und jetzt werde ich mich mal etwas vertraut machen und hier ein wenig rumkutschieren.
Fliegen mit Rollstuhl 2
Seit mein Freund, der tollkühne Shrek, vor einem Jahr in die Schweiz gezogen ist (GELD!!!), hat sich mein Leben mal wieder drastisch verändert - Gesundheit weg, Mann weg - doch Hilfe ist schon unterwegs:
Hier links seht Ihr das Faltblatt, das der Zürcher Flughafen ausgelegt hat, und ehrlich gesagt habe ich da keinen Rollstuhlfahrer mit Laptop gesehen, aber die Betreuung in Zürich war vorzüglich! careport nennt sich der Customer Mobility Service.
Überhaupt ist der Zürcher Flughafen zwar ziemlich weitläufig, aber Air Berlin hat da eine gute Organisation gefunden, Schalter gut zu erreichen etc.
Etwas anders sah es auf der Hinreise aus - natürlich gibt es in Berlin auch so eine Organisation, die sich um Behinderte kümmert - die heißt Rollmops. Tja, das ist der ganz eigene Berliner Charme. Leider sind die Betreuer zwar sehr freundlich und hilfsbereit, aber garantiert nicht so gut bezahlt und auch nur mäßig ausgerüstet.
Vielleicht wird ja mit dem neuen Großflughafen alles besser - man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.
Denn ehrlich gesagt war ich doch ganz schön fix und fertig, als ich wieder zuhause ankam - trotz Hilfe und Unterstützung und allem drum und dran. Kranksein ist einfach Mist. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal ja besser, dann weiß ich nämlich, was auf mich zukommt.
Fliegen mit Rollstuhl?
Ich habe vorgestern den ersten Flug nach Zürich gebucht im September und das geht so:Erstmal braucht man dafür einen (klappbaren) Reiserollstuhl, hat meine Ärztin mir verschrieben.
Damit fährt man zum Check-in und bekommt da für den Flug einen speziellen Rolli – der eigene Reiserollstuhl wird als Gepäck aufgegeben. Wenn man noch ein paar Schritte selbst laufen kann, sind die glücklich. Bei der Ankunft dasselbe Spiel rückwärts, Dein eigener Rolli trudelt dann wohl auf dem Gepäckband. Platzreservierung koschtenlos dabei.
Dafür gehe ich doch gerne ins Reisebüro. Sie brauchten die Abmessungen von meinem Rollstuhl (hab ich ja noch nicht, reicht aber auch ca.) und die Nr. von meinem Schwerbehindertenausweis. Da gehen doch ganz neue Türen auf, finde ich.
Wir gucken jetzt mal, wie es geht, und dann kann man ja vielleicht auch weitere Ziele in Angriff nehmen.
Elektromobil ist da
Erstmal eine freundliche Begrüssung für meinen neuen Freund, den dynamischen Rentneraktivisten:HALLIHALLO!
Ich habe nämlich bald auch so ein schickes Gefährt und dann fege ich hier freewheeling durch die Gegend und kann endlich wieder in meinem Lieblingssupermarkt einkaufen, ohne meine Beine so fix und fertig zu machen.
Und ich kann meine Freunde besuchen und im Volkspark die Natur geniessen - ach das wird einfach klasse - und vielleicht sogar noch vor Ostern was.
Danke, Mama!
Der gestrige Bestellkauf hatte eine umständliche Vorgeschichte, ich erspare Euch die Details. Aber Rentnermobile haben eine Zielgruppe, die mir total unverständlich ist (Eigenheimbesitzer mit Garage und wöchentlichem Vereinsgruppentreff - brrrh).
In der Großstadt und noch dazu in einer Mietwohnung ist das alles nicht so einfach. Aber ich habe es ja auch geschafft und gebe gerne Ratschläge.
Und dann erwarte ich ja noch den neuen Reiserollstuhl, zusammenklappbar und im Kofferraum zu transportieren, den meine Ärztin mir beim nächsten Termin verschreiben soll. Ich habe noch keine Ahnung, was die Krankenkasse für Modelle in solchen Fällen vorsieht, ich muss ja nehmen, was die mir anbieten, aber es ist ja nur für die Reise.
Hinter der Elbe beginnt die asiatische Steppe ...
... so soll Konrad Adenauer schon gesagt haben, und angesichts der gruseligen Wetterverhältnisse hier in Berlin kann ich dem ja auch nur zustimmen.Dank meiner MS-Schwerbehinderung komme ich damit nicht einfach klar, heute bin ich zum Beispiel damit beschäftigt, mein 3rad freizuschaufeln, um über die Strasse zur Krankengymnastik zu kommen.
Vielleicht habt Ihr den Eindruck, ich sähe die Welt ja ein bisschen schwarz, aber der Alltag ist eben auch nicht leicht für mich und ich hoffe mal, dass heute alles gut geht.
Denn eigentlich geht ja letzten Endes auch immer alles gut ...
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